Warum nicht mal ein Barbecue mitten im Winter?
Falls ihr eure Grillutensilien nicht ganz weit weg verstaut habt, unerreichbar bis zum nächsten Sommer, dann könnte man sich ein Beispiel nehmen an den osteuropäischen Völkern, die sich von Kälte und Eis nicht abhalten lassen ihr Fleisch draußen zuzubereiten. Im Gegenteil, wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, dann hat so ein Grillfeuer doch was heimeliges und man kann sich mit verschiedenen Getränken auch innerlich vor der Kälte schützen.
Ich war vor einigen Jahren bei einer russischen Familie eingeladen zu einem solchen Event. Es gab unglaublich leckere Sachen zu essen und zu trinken. Auf dem offenen Feuer wurden Täubchen gegrillt, zart und fein. Auf großen eisernen Spießen war Fleisch aufgefädelt, das zuvor in einer würzigen Marinade einige Tage eingelegt war. Dünne Speckstreifen schmorten auf dem Rost und dazu gab es eiskalten Vodka, eine Kombination, die ich bis anhin noch nicht kannte. Ja, ich wusste gar nicht dass gewürztes Fett, damit meine ich die Speckstreifen, so gut schmecken kann. Fische, mit Knoblauch und Zwiebeln zusammen gegrillt und Kartoffeln, die in der Glut gegart wurden, außen ganz schwarz, aber innen zart und weich, einfach ein Genuss. Aus einem großen Samowar gab es Teeextrakt, den man mit heißem Wasser verdünnen musste, gewürzt mit viel Zucker......
Selbstverständlich kann dabei von gesunder Ernährung keine Rede sein, aber.... jeden Tag macht man das ja nicht und einmal mit Freunden so zu feiern, das hat doch was.
Das Rezept für die Schaschlikspieße hab ich schon oft nachgekocht und es ist auch ganz einfach:
Grosse Würfel von Schweine, Lamm oder Rindfleisch werden in einer Marinade aus Essig, Wasser, Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeerblätter und einigen Senfkörnern eingelegt. Das alles lässt man gekühlt einige Tage stehen. Die Fleischwürfel aus der Marinade nehmen und auf große Spieße stecken und über dem Grillfeuer braten. Mit Salz und Pfeffer bestreuen. Dazu schmecken die erwähnten, in der Glut gegarten Kartoffeln und auch Pilze eingelegt in Öl mit verschiedenen Kräutern, die man nach Geschmack und Belieben nehmen kann. Streifen von dünnem fetten Speck einfach auf den Rost legen und solange braten, bis sie knusprig sind. Den Bauch der Fische mit Zwiebeln und Knoblauch füllen, mit Salz und Pfeffer würzen und ebenfalls auf dem Rost garen.
Wie heißt es so schön, es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungenügende Kleidung. Also mein Januartipp für euch: Zieht euch warm an, ladet Freunde ein, macht ein großes Feuer und entdeckt die russische Seele in Euch.
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